Bettina Exß

Bettina Exß

 
 
 
 
 
 

Zweimal Marathon, keinmal Traumzeit

Ich beim Badenmarathon 2008

Zweimal bin ich 2008 an den Start gegangen, jedesmal hatte ich vorher fleißig trainiert:

Der MLP Marathon in Mannheim am 24. Mai 2008 fiel mir deutlich schwerer als die Läufe in Karlsruhe - kein Wunder, schließlich läuft man nachts. Und als ich endlich (!) nach 4:11:21 ins Ziel kam, wäre ich normalerweise bereits in die Tiefschlafphase gesunken. Nichtsdestotrotz konnte ich - nachdem ich mich auf dem Weg vom Ziel zu Ullas Wohnung mehrmals verlaufen hatte - dort noch ordentlich bei der anschließenden Marathonparty mit feiern.

Im September wäre ich gern beim 1. Sparkassenmarathon in Darmstadt an den Start gegangen. Nach fleißigem Training mit überraschenden Erfolgen bei Vorbereitungswettkämpfen, kam dann das plötzliche Aus: fünf Tage vor dem Lauf bekam ich eine Grippe und lag mehrere Tage flach. Es ging mir so schlecht, dass ich kaum meine Kinder versorgen konnte und doch hoffte ich jeden Tag, dass ich mich noch erholen könne. Das harte Training, die langen Läufe, die ich im Urlaub allein absolviert hatte, alles umsonst? Drei Tage vor dem Lauf sprach Reinhard deutliche Worte, eins davon war "lebensmüde". Also schmiss ich alles hin, bekam trotz gefordertem ärtzlichen Attests keinen müden Cent von meiner Startgebühr erlassen und meldete mich schließlich für den Badenmarathon zwei Wochen später an.

Doch so richtig fit wurde ich nicht in der Kürze. Genau eine Woche vor dem Start machte ich meine ersten zaghaften "Joggingversuche" und ließ es auf nichts mehr ankommen. Ich hatte aber auch keine Lust, den Lauf nochmals nach hinten (z.B. auf Berlin) zu verschieben und erst Recht keine, das ganze Training ohne den krönenden Abschluss gemacht zu haben.

Also stand ich am 21.09. mit meinem schicken neuen Dress am Start und fand es viel zu kalt. Eine Renneinteilung besaß ich nicht. Vor meiner Grippe war ich auf 3:55 eingestellt, jetzt waren die Karten neu gemischt. Ich plante, erst mal mit dem alten Ziel loszurennen und unterwegs zu sehen wie es lief. Das zweite Ziel war nach wie vor die Unterschreitung der Vierstundenmarke und schließlich war ich auch mit ankommen zufrieden. Christiane stand ab km 28 mit dem Hustensaft bereit. Bis km 26 lief ich so richtig rund im Schnitt etwa 5'30", doch dann wurde ich schwächer. Aber ich lief. Und ich brauchte keinen Hustensaft. Im Schlosspark sah ich erstmals den von hinten herannahenden 3:59er Ballon, kurz hinter Marktplatz überholte er mich. Spätestens da hatte ich allen Biss verloren. Jetzt noch unter vier Stunden zu bleiben hätte bedeutet, sich wirklich den A... aufzureißen. Nee, danke. Ehe ich am Ende im Rot-Kreuz-Zelt landete, latschte ich einfach langsam weiter. Aber ich war sicher nicht die Einzige, der es so erging, immerhin überholte ich noch haufenweise teils gehende Läufer, dies es ja immerhin schon alle vor mich geschafft hatten und nun ebenfalls innerlich gekündigt hatten. Etwa 300m vor'm Ziel feuerte mich Eva an und rannte kurz neben mir her aber auch das konnte mich nicht mehr anspornen.

Und dann steht Christiane im Ziel und reicht Erfrischungsgetränke, Banänchen, Joghurt und Hefezopf! Was will der Mensch mehr? Hätten mich da anderthalb Minuten weniger noch glücklicher gemacht?

Den Badenmarathon 2008 absolvierte ich in 4:01:25.